
4. Hydro-Kollektive-Camp
• 3 heiße Tage
• 3 Seen
• 7 Tauchgänge
• Anzahl Teilnehmer: 6
Das 4. Hydro-Kollektive-Camp ist zu Ende und es war schon etwas Spezielles dieses Mal.
Gleich im Vorfeld musste alles umgeworfen werden aus mehreren Gründen: Hitze, Falschparker, Ordnungsamt, Parkplätze und Abholzung, um Wege an den See zu versperren.
Jedoch hatten wir einen Ausweichplan! Wir konnten zwar unsere Aufgabenstellungen nicht erfüllen, aber dann eben beim nächsten, dem 5. Hydro-Kollektive-Camp! Die Daten und Bestimmungen müssen wir noch auswerten!
Erste Auffälligkeiten auf den ersten Blick
Klar, die Temperatur war zu warm. Jedoch konnten wir, egal an welchem See wir waren, den großen Bestand an Jungfischen im Schwarm beobachten – und das in jedem See!
Sonnenbarsche und Flussbarsche schwimmen einträchtig nebeneinander und bekriegen sich nicht. Das kennen wir so auch noch nicht. Faden- sowie Braunalgen haben wir in den Seen, jedoch bedecken sie nicht so viel Fläche.
Auch der Pflanzenbestand im NAWITA See-ID: 01 und 20, in denen wir waren, war wieder enorm im Flachbereich bis ca. 6–8 Meter.
Was durch die Erwärmung des Wassers im oberen Bereich sehr auffällig war, war der Grundwassereintrag. An den Stellen wurde es richtig kalt. Das bekamen wir sonst so nicht mit im Trocki.
NAWITA See-ID: 01
• Die Laichkräuter wuchsen bis an die Wasseroberfläche.
• Vom Verkannten Wasserschlauch (Utricularia australis) hatten wir noch nie so viel Bestand und er blüht. Dadurch konnten wir ihn auch bestimmen.
• Gewöhnliches Quellmoos (Fontinalis antipyretica) bedeckt den ganzen Boden.
• Auch die Schwarzmund-Grundel (Neogobius melanostomus) kommt exorbitant hoch im See vor.
• Wir konnten keine Krebse oder Exuvien entdecken.
NAWITA See-ID: 20
• Die Teichrose wächst in einer Tiefe und im Flachbereich in einer Anzahl, das kennen wir so auch noch nicht.
• Wir konnten keine Krebse oder Exuvien entdecken.
• Stefan hat hier das „Black Hole“ vom See entdeckt. Das sah aus wie ein See im See …
Warum unsere Seen trotz der Hitze cool bleiben …
Eigentlich dachten wir, dass der extreme Temperaturanstieg im Oberflächenwasser den Seen richtig zusetzt. Jedoch konnten wir das in unseren Seen nicht feststellen, nicht wahrnehmen und nicht dokumentieren.
Eigentlich hatten wir befürchtet, dass der extreme Temperaturanstieg im Oberflächenwasser – den wir ja in unseren Messdaten sehen – unseren Seen so richtig zusetzt. Aber das Spannende ist: Bei unseren Monitoringtauchgängen konnten wir keine negativen Veränderungen feststellen. Den Seen geht es trotz der Hitze erstaunlich gut!
Aber woran liegt das, dass es bei uns anders läuft als woanders?
Der Schlüssel dazu ist – so schätzen WIR es ein – unsere ganz besondere Lage hier in der Rheinebene, direkt in der Nähe der Staustufe Iffezheim (das ist übrigens die letzte und nördlichste Staustufe am Oberrhein, direkt an der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Frankreich).
Was man auf den ersten Blick nämlich nicht sieht: Auch aus dem Schwarzwald fließt jede Menge kaltes Grundwasser unterirdisch genau hier in die Ebene. Dieses frische, kühle Wasser speist unsere Seen von unten und wirkt wie eine natürliche Klimaanlage. Es sorgt dafür, dass die tieferen Wasserschichten stabil bleiben und sich die Seen insgesamt nicht zu stark aufheizen.
Ausfälle hatten wir zwei:
- Einmal Flasche leer.
- Auto defekt.
Danke an alle Beteiligten, die das Camp wieder einmal unvergesslich gemacht haben: beim Tauchen, Bestimmen, Organisieren, bei der Verpflegung und den Getränken sowie beim gemütlichen Ausklingen am Samstagabend beim Öffnen der Flaschen aus dem Präsentkorb von Oberkirch für das Projekt am Mummelsee.
Wir werden weiter berichten! Erst abtauchen, dann auswerten: Die Details zu den Einsätzen folgen in Kürze!
