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NAWITA-Projekte
Wissenschaftliches Tauchen im NAWITA See-ID: 01 am Killepitsch Einstieg

Wissenschaftliches Tauchen im NAWITA See-ID: 01 am Killepitsch Einstieg

Lederhose und ich haben es heute endlich geschafft, wieder an den Killepitsch Einstieg zurückzukehren. Seit März waren wir nicht mehr an diesem wichtigen Messpunkt aktiv. Ein solcher Monitoringtauchgang ist eine absolute Herzensangelegenheit für unser Projekt, um nach dem Rechten zu sehen. Die Temperaturen um 0900 Uhr waren bei diesem Forschungstauchgang einfach perfekt für unsere Gewässeranalyse.

Monitoringtauchgang und die Vermessung der Chemokline

Pünktlich um 09:40 Uhr begannen wir unsere Mission. In 80 Minuten Tauchzeit wollten wir bei diesem wissenschaftlichen Tauchen im NAWITA See vor allem die aktuelle Tiefe der Chemokline bestimmen. Es ist faszinierend und beklemmend zugleich zu sehen, wie sich diese Zone in den letzten Jahren nach oben gefressen hat. Von 25 Metern im Jahr 2020 über 20 Meter im Jahr 2023 bis hin zu unserem heutigen Messwert.

Die Abstiegsphase zwischen 10 und 15 Metern verlangte uns höchste Konzentration ab. Die Sichtverhältnisse waren dort katastrophal. Wir blieben eng an der Referenzleine, um uns in der Trübung nicht zu verlieren. Da Lederhose einen schwarzen Anzug trägt und seine Handschuhe in der gleichen Farbe hält, sind meine signalfarbenen Handschuhe unter Wasser bei solchen Bedingungen ein echter Sicherheitsvorteil für unser NAWITA Team.

Todeszone und der mystische Baum

Ab 15 Metern Tiefe war der Boden komplett mit weißen Bakterienmatten überzogen. Der beißende muffige Geruch in der sauerstoffarmen Schicht bestätigte uns, dass wir die Chemokline erreicht hatten. Heute lag diese kritische Grenze bei exakt 19 Metern Tiefe. Ein echter Gänsehautmoment für jeden Forschungstaucher, der die ökologische Entwicklung direkt miterlebt.

Nach einer halben Stunde Tauchzeit bot sich uns in 7,5 Metern Tiefe ein magischer Anblick. Der sogenannte mystische Baum ragte plötzlich aus einer dichten Nebelschicht hervor. Das war ein visuelles Highlight, das unser wissenschaftliches Tauchen im NAWITA See so unvergesslich macht. Diese Szenerie entschädigte uns sofort für die schwierigen Bedingungen im tieferen Bereich.

Artenvielfalt und botanische Neufunde

Der Flachbereich präsentierte sich auf unserem Rückweg von einer sehr lebendigen Seite. Wir haben die folgenden Pflanzenarten sorgfältig für unser Monitoring dokumentiert:

  • Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis)
  • Rauhes Hornblatt (Ceratophyllum demersum)
  • Gelbe Teichrose (Nuphar lutea)
  • Wasserstern (Callitriche spec.)
  • Durchwachsenes Laichkraut (Potamogeton perfoliatus)
  • Kamm-Laichkraut (Stuckenia pectinata)
  • Wasserschlauch (Utricularia spec.)

Bei der Fauna gab es eine klare Beobachtung der Schwarzmund-Grundel (Neogobius melanostomus). Wir konnten einen Schwarm von Jungfischen zählen, der sich auf dem Plateau sichtlich wohlfühlt. Dieses Plateau ist zudem mit Chara globularis übersät und bietet perfekten Schutz für den Nachwuchs.

Sensationsfund auf dem Plateau oder doch nicht???

Das absolute Highlight wartete ganz zum Schluss auf uns. Wir haben eine Pflanze entdeckt, die wir bisher noch nie in diesem NAWITA See gesehen haben. Wahrscheinlich handelt es sich um Vallisneria australis (Riesenvallisnerie). Das wäre nicht nur ein Erstfund für das Gewässer, sondern für die gesamte Region eine kleine Sensation.

Wir waren beide völlig geflasht von diesem Fund, der uns nach zehn Tauchgängen an diesem Spot wieder einmal zeigt, wie dynamisch und spannend unser NAWITA Monitoring ist.

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