
Temperaturlogger Jahresrückblick
Methodische Einschränkungen der aktuellen Datenlage
Die vorliegenden Abweichungen in den Diagrammen resultieren primär aus der diskontinuierlichen Datenerfassung. Mangels stationärer Temperaturlogger basieren die Profile auf punktuellen Einzelmessungen, die aufgrund begrenzter personeller und zeitlicher Ressourcen nicht synchron an allen Standorten durchgeführt werden konnten.
Kritische Faktoren:
- Zeitliche Varianz: Die Daten wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten innerhalb der Saison erhoben, was den direkten Vergleich der thermischen Schichtung erschwert.
- Geringe Datendichte: Da die Erfassung durch ein einzelnes Mitglied erfolgte, fehlen kontinuierliche Referenzwerte, um kurzfristige meteorologische Schwankungen zu glätten.
Wir arbeiten aktiv an der Implementierung einer loggerbasierten Dauerüberwachung, um künftig eine höhere Datenhomogenität und eine präzisere Beurteilung des ökologischen Zustands unserer Seen zu gewährleisten.
Jahresrückblich NAWITA See-ID: 01

Kurz-Zusammenfassung
Das Diagramm zeigt die Temperaturdaten des Sees über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren. Es verdeutlicht die saisonale Erwärmung der oberen Schichten im Kontrast zur dauerhaften Kälte in der Tiefe. Besonders markant ist der extrem heiße Sommer 2024, in dem die Oberflächentemperaturen die 30-Grad-Marke knackten, während die Tiefenzone davon völlig unbeeindruckt blieb.
Die wichtigsten Daten im Überblick
- Extremwerte: Der absolute Spitzenwert liegt bei 30,44 °C (August 2024, Oberfläche). Der niedrigste gemessene Wert im Wasser liegt bei ca. 7,73 °C (Dezember 2024, 15m Tiefe).
- Die Sprungschicht: Zwischen 10m und 20m Tiefe erleben wir den „Temperatursturz“. Hier kühlt das Wasser im Sommer oft innerhalb weniger Meter um mehr als 10 Grad ab.
- Zeitverlauf: Die Messungen decken die Jahre 2023 bis Ende 2025 ab, wobei 2024 die umfassendste Datenreihe bietet.
Jahresvergleich auf den Tiefenstufen
| Bereich | Vergleich der Jahre |
| Flachwasser (0-5m) | 2024 war im Hochsommer deutlich wärmer als 2023. Während der Juli 2023 bei ca. 26,8 °C lag, erreichte der August 2024 über 30 °C. Das Frühjahr 2025 (Mai) startete mit knapp 20 °C ähnlich wie das Vorjahr. |
| Mittelwasser (10-15m) | Hier zeigt sich ein interessanter Unterschied: Im Juli 2023 drang die Wärme tiefer ein (über 21 °C bei 10m). Im Jahr 2024 war das Wasser in dieser Tiefe trotz heißerer Oberfläche deutlich kühler (ca. 16-18 °C). |
| Tiefwasser (>20m) | Absolute Konstanz. Die Linien aller drei Jahre liegen in diesem Bereich fast deckungsgleich übereinander. Es gibt keine signifikante Erwärmung der Tiefe durch die heißen Sommer. |
Fazit: Getrennte Betrachtung der Tiefenzonen
Um die Dynamik des Sees zu verstehen, muss man ihn in zwei Welten unterteilen:
Bereich 0m bis 10m: Die „Aktive Zone“
Dieser Bereich ist der Spielplatz des Wetters. Hier sehen wir die direkten Auswirkungen von Sonneneinstrahlung und Lufttemperatur.
- Verhalten: Die Temperaturen sind extrem variabel und schwanken im Jahresverlauf um mehr als 20 °C.
- Bedeutung: Dies ist die Zone, in der das meiste biologische Leben stattfindet, die aber auch dem größten Stress durch Hitzewellen (wie im August 2024) ausgesetzt ist. Die Daten zeigen, dass die Wärme 2023 „breiter“ in die Tiefe ging, während sie 2024 eher an der unmittelbaren Oberfläche konzentriert blieb.
Bereich 20m bis 40m: Die „Stabile Zone“
Ab 20 Metern Tiefe herrscht im See eine Art ewiger Winter.
- Verhalten: Die Kurven verlaufen hier fast waagerecht. Die Temperatur bewegt sich stabil zwischen 8 °C und maximal 10 °C. Selbst wenn es an der Oberfläche 30 °C heiß ist, verändert sich die Temperatur hier unten kaum um ein Grad.
- Bedeutung: Diese Zone wirkt wie ein riesiger Kühlakku und ist für das Ökosystem des Sees lebenswichtig, da sie als Rückzugsort für kälteliebende Arten dient. Die Daten belegen, dass die Tiefentemperatur über die Jahre 2023, 2024 und 2025 hinweg nahezu identisch geblieben ist – ein Zeichen für ein gesundes, stabiles Schichtungsverhalten des Sees.
Jahresrückblich NAWITA See-ID: 13

Kurz-Zusammenfassung
Das Diagramm zeigt ein Gewässer mit extremen jahreszeitlichen Schwankungen an der Oberfläche und einer sehr stabilen, kalten Tiefenzone. Im Sommer 2025 wurden an Land Spitzenwerte von über 33 °C erreicht, was zu einer starken Erwärmung der oberen Wasserschichten führte. In der Tiefe bleibt der See jedoch konstant bei kühlen Werten zwischen 6 °C und 8 °C.
Die wichtigsten Daten im Überblick
- Höchstwert an Land: Juni 2025 mit 33,60 °C.
- Höchstwert im Wasser (0m): August 2025 mit 25,16 °C (dicht gefolgt vom August 2024 mit 24,84 °C).
- Tiefstwert: Januar 2025 mit nur 4,30 °C an Land und ca. 7,42 °C im Wasser (3m Tiefe).
- Durchschnittswerte: Das Jahr 2024 liegt im Schnitt bei 13,35 °C, während das Jahr 2025 mit 11,24 °C etwas kühler erscheint (wobei 2025 mehr Wintermonate in der Statistik hat).
Jahresvergleich auf den Tiefenstufen
| Tiefe | Vergleich 2024 vs. 2025 |
| Oberfläche (0m) | Im August waren beide Jahre fast identisch (ca. 25 °C). Auffällig ist der Mai: 2025 war das Wasser im Mai mit ca. 23,75 °C deutlich wärmer als im Mai 2024 (ca. 17,57 °C). |
| Mittlere Tiefe (10m) | Im August 2025 drang die Wärme mit 17,02 °C tiefer ein als im August 2024 (13,68 °C). Das deutet auf eine stärkere Durchmischung oder längere Hitzeperiode im Jahr 2025 hin. |
| Tiefe (>20m) | In der Tiefe sind die Unterschiede minimal. Beide Jahre zeigen hier Werte, die sich meist unter der 10-Grad-Marke einpendeln, unabhängig von der Hitze an der Oberfläche. |
Fazit: Getrennte Betrachtung der Tiefenzonen
Bereich 0m bis 10m: Die „Aktive Zone“
Dieser Bereich reagiert wie eine Heizung auf die Sonne.
- Verhalten: Die Temperaturen schwanken hier massiv. Während wir im Sommer Werte bis zu 25 °C sehen, kühlt dieser Bereich im Winter (Januar/Dezember) bis auf ca. 7-8 °C ab.
- Besonderheit: Im Jahr 2025 scheint sich der See im Frühjahr (Mai) wesentlich schneller erwärmt zu haben als im Vorjahr. Die „Badetemperatur“ wurde also früher erreicht.
Bereich 20m bis 40m: Die „Stabile Zone“
Hier herrscht die „ewige Ruhe“ des Sees.
- Verhalten: Ab 20 Metern Tiefe verflachen fast alle Kurven. Die Temperatur bewegt sich extrem stabil zwischen 6,36 °C und ca. 9,5 °C.
- Besonderheit: Selbst die extremen Landtemperaturen von über 33 °C im Juni 2025 haben absolut keinen Einfluss auf die tiefen Schichten. Der See fungiert hier als riesiger Kältespeicher, der über das gesamte Jahr 2024 und 2025 hinweg nahezu unverändert blieb.
Jahresrückblich NAWITA See-ID: 20

Kurz-Zusammenfassung
Der See-ID 20 ist ein tiefes Gewässer, das eine sehr klassische und stabile Schichtung aufweist. Während die Oberflächentemperatur massiv auf sommerliche Hitzeperioden reagiert (Spitzenwerte bis fast 27 °C), bleibt die Tiefenzone ab 20 Metern das ganze Jahr über konstant kalt (meist zwischen 7 °C und 9 °C). Auffällig ist, dass extreme Lufttemperaturen (über 35 °C) nur die obersten Wasserschichten kurzzeitig extrem aufheizen.
Die wichtigsten Daten im Überblick
- Höchstwert Luft: Im Juli 2023 wurden an Land beeindruckende 35,14 °C gemessen.
- Höchstwert Wasser (0m): Ebenfalls im Juli 2023 erreichte die Oberfläche 26,99 °C.
- Tiefstwert Wasser (Tiefe): Der kälteste Punkt in der Tiefe lag bei etwa 6,51 °C (Dezember 2024, 20m).
- Durchschnittstemperatur: Das Jahr 2023 war mit einem Durchschnitt von 16,72 °C deutlich wärmer als 2024 (12,04 °C) und 2025 (9,52 °C).
Jahresvergleich auf den Tiefenstufen
| Tiefe | Vergleich der Jahre 2023, 2024 und 2025 |
| Oberfläche (0m) | 2023 war das extremste Jahr: Die Juli-Kurve liegt weit über allen anderen Messungen. Im Vergleich dazu war der September 2024 mit ca. 19,8 °C deutlich kühler als der September 2023. |
| Mittlere Tiefe (10m) | Hier zeigt sich eine Besonderheit: Im September 2023 gab es einen Wärme-Einschub bis auf 21,06 °C in 10 Metern Tiefe. In den Folgejahren 2024 und 2025 blieb es in dieser Tiefe im Vergleich dazu deutlich kühler (ca. 12–15 °C). |
| Tiefwasser (>20m) | In der Tiefe herrscht „Gleichschritt“: Die Linien für alle drei Jahre liegen in diesem Bereich sehr eng beieinander. Ein Einfluss der extremen Sommerhitze von 2023 auf die Tiefentemperatur ist kaum messbar. |
Fazit: Getrennte Betrachtung der Tiefenzonen
Bereich 0m bis 10m: Die „Aktive Zone“
Diese Schicht ist der direkte Spiegel des Wetters.
- Verhalten: Die Temperaturkurven sind hier sehr steil. Das Wasser erwärmt sich im Sommer schnell, verliert diese Wärme aber auch ebenso rasch wieder zum Winter hin (siehe Dezember-Kurven bei ca. 8–9 °C).
- Erkenntnis: Der See-ID 20 kann an der Oberfläche sehr heiß werden, aber die Wärme wird – bis auf den extremen September 2023 – meist nicht sehr effizient in die tieferen Schichten gemischt.
Bereich 20m bis 40m: Die „Stabile Zone“
Hier befindet sich das Reservoir des Sees.
- Verhalten: Die Linien verlaufen fast waagerecht, was auf eine sehr geringe Durchmischung hindeutet. Die Temperaturen bleiben konstant im einstelligen Bereich oder knapp darüber (6,5 °C bis 9,5 °C).
- Bedeutung: Die Daten belegen, dass der See-ID 20 ein stabiles Kaltwasser-Reservoir besitzt. Selbst Rekordsommer an Land ändern nichts an der Beschaffenheit dieses Tiefenwassers, was für die ökologische Stabilität des Sees (z. B. als Rückzugsort für Fische) von enormer Bedeutung ist.
Jahresrückblich NAWITA See-ID: 32

Kurz-Zusammenfassung
Das Diagramm zeigt die Temperaturveränderungen des Sees in Abhängigkeit von der Tiefe (von der Oberfläche bis über 40 Meter) über einen Zeitraum von knapp zweieinhalb Jahren. Es verdeutlicht, wie die Sommersonne das Oberflächenwasser stark erwärmt, während die tiefen Schichten das ganze Jahr über konstant kalt bleiben. Besonders auffällig sind die extremen Hitzeperioden im Sommer 2024 im Vergleich zu den moderateren Werten in 2023 und 2025.
Die wichtigsten Daten im Überblick
Um die Daten verständlich zu machen, teilen wir den See in drei Zonen auf:
1. Die Oberfläche (0 bis 5 Meter) – Die „Badewanne“
Hier ist der Einfluss der Sonne am größten.
- Spitzenwerte: Der heißeste Moment wurde im Juli 2024 gemessen mit rekordverdächtigen 37,54°C direkt an der Oberfläche.
- Winter: Im Winter (Januar/Februar) sinkt die Temperatur hier auf etwa 7°C bis 8°C ab.
- Schwankung: In dieser Zone gibt es die größten Unterschiede (über 30 Grad Differenz zwischen Sommer und Winter).
2. Die Mittelschicht (10 bis 20 Meter) – Der „Temperatursturz“
In diesem Bereich kühlt das Wasser sprunghaft ab.
- Während es oben noch sommerlich warm sein kann, fallen die Temperaturen hier oft schon unter 15°C.
- Dieser Bereich wirkt wie eine Grenze zwischen der warmen Oberwelt und der kalten Tiefe.
3. Die Tiefenzone (ab 25 Meter) – Der „Kühlschrank“
Ab 25 Metern Tiefe verliert das Wetter an der Oberfläche fast völlig an Bedeutung.
- Die Temperaturen liegen hier das ganze Jahr über stabil zwischen 6°C und 9°C.
- Selbst wenn es oben 37°C heiß ist, bleibt es hier unten winterlich kalt.
Vergleich der Jahre auf den Tiefenstufen
Hier betrachten wir, wie sich der NAWITA See-ID: 32 in den verschiedenen Jahren verhalten hat:
| Tiefe | Jahr 2023 | Jahr 2024 | Jahr 2025 |
| Oberfläche (0m) | Moderat warm (ca. 24°C im August) | Extrem heiß (bis zu 37,5°C im Juli) | Warm, aber milder als 2024 (ca. 25-26°C) |
| Mitteltiefe (15m) | Lag bei ca. 12-13°C | Deutlich wärmer im Sommer (ca. 14-15°C) | Blieb kühler bei ca. 11°C |
| Tiefe (>40m) | Durchschnittlich 6,6°C | Leicht angestiegen auf ca. 6,9°C | Stabil bei ca. 6,3°C (kältestes Jahr in der Tiefe) |
Beobachtung: Das Jahr 2024 sticht als das „Hitze-Jahr“ hervor. Nicht nur die Oberfläche war extrem warm, die Wärme drang auch tiefer in die mittleren Schichten vor als in den anderen Jahren.
Fazit
Die Auswertung des NAWITA See-ID: 32 zeigt ein gesundes, typisches Schichtungsverhalten eines tieferen Sees, jedoch mit einer bemerkenswerten Wetterkapriole im Jahr 2024.
Während die Oberfläche extremen Schwankungen durch die Lufttemperatur unterliegt, bildet die Tiefe ab 25 Metern einen stabilen Kältepool. Das Jahr 2024 war das bisher wärmste Jahr im Beobachtungszeitraum, während das Jahr 2025 (bis Dezember) insgesamt eine eher kühlere und stabilere Temperaturkurve in den tieferen Schichten aufweist. Der See fungiert somit als riesiger Wärmespeicher, der an der Oberfläche extrem reagiert, im Kern aber sehr träge und beständig bleibt.
