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Temperatur-Lichtmessung Datenlogger im Baggersee  – NAWITA Projekt ID-01-03-2021-7-Bühl-13

Temperatur-Lichtmessung Datenlogger im Baggersee – NAWITA Projekt ID-01-03-2021-7-Bühl-13

„Wir können nur das schützen was wir kennen und verstehen.“

Durch die naturwissenschaftlichen Tauchgänge in einigen regionalen Seen von der Ortsgebietsgruppe des Tauchsportverein Mittelbaden e.V. (TSVMB), Naturwissenschaftliches Tauchen (NAWITA), haben wir seit 2016 eine große Bestandsübersicht über die Unterwasser Flora und Fauna erhalten. Dies wurde dokumentiert, in Herbarbelegen festgehalten und in Berichten an die Behörden verschickt. Wir bemerkten bei unseren Tauchgängen, dass es große Unterschiede in den Seen gibt. Unterschiede im Pflanzenbewuchs und in der unteren Unterwasser-Makrophyten-Grenze (UMG), auch bei Seen, die man von den Gegebenheiten miteinander vergleichen kann.

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Temperatur-Lichtmessung Datenlogger im Baggersee

Temperatur-Lichtmessung Datenlogger im Baggersee

„Wir können nur das schützen was wir kennen und verstehen.“

Durch die naturwissenschaftlichen Tauchgänge in einigen regionalen Seen von der Ortsgebietsgruppe des Tauchsportverein Mittelbaden e.V. (TSVMB), Naturwissenschaftliches Tauchen (NAWITA), haben wir seit 2016 eine große Bestandsübersicht über die Unterwasser Flora und Fauna erhalten. Dies wurde dokumentiert, in Herbarbelegen festgehalten und in Berichten an die Behörden verschickt. Wir bemerkten bei unseren Tauchgängen, dass es große Unterschiede in den Seen gibt. Unterschiede im Pflanzenbewuchs und in der unteren Unterwasser-Makrophyten-Grenze (UMG), auch bei Seen, die man von den Gegebenheiten miteinander vergleichen kann.

Seit dieser Zeit haben wir 118 naturwissenschaftliche Tauchgänge absolviert und ca. 944 Arbeitsstunden dazu aufgebracht. Die Kosten für diese Arbeiten belaufen sich auf ca. 1.704 €, die die Mitglieder mit dem Verein selbst getragen haben.

Unsere erfassten Daten seit 2016:

Anzahl der Bestimmung einzelner Arten93
Anzahl der Bestimmung aller Arten gesamt635
Anzahl der angelegten Herbarbelege155
Anzahl der betauchten Seen28
Anzahl der wissenschaftlichen Tauchgänge70
Anzahl der Tauchgänge zum Erkunden11
Summe der erfassten Datensätze in der Datenbank672
 
Submers (Unterwassserpflanzen)49
Vorticella (Einzeller)1
Alga (Seegras, Tang)7
Ciliophora (Wimpertierchen)1
Emerse (Wasserpflanzen)1
Crustacea (Krebstiere)5
Pisces (Fische)13
Porifera (Schwämme)2
Bivalvia (Muscheln)4
Bacteria (Bakterien)1
Gastropoda (Schnecken)1
Medusae (Quallen)1
Eumetazoa (Gewebetiere)1
Castor (Nagetiere)1
Beobachtung keine Art2
Insecta (Insekten)2
Hydrachna (Milbengattung)1

Jetzt müssen wir unsere Arbeit um eine weitere Stufe höher legen. Es geht darum, zu dokumentieren wie sich die Wassertemperatur und ihr vertikaler Verlauf verhält oder verändert.

Auf dem Grund eines Binnengewässers wird es wegen der Dichteanomalie des Wassers nie kälter als 4°C, was für das Überleben von Wassertieren entscheidend ist.

lm Sommer (bzw. bei positiven Lufttemperaturen) ist das Wasser auf dem Grund des Gewässers kälter und wird nach oben hin wärmer, aufgrund der Wärmekonvektion.

Im Bereich der Wasseroberfläche von Binnengewässern ist die Temperatur stark abhängig von der Lufttemperatur, hier gibt es allerdings nicht so große Temperaturschwankungen (Tag-Nacht-Unterschied).

Wenn der See tief genug ist, dass das Sonnenlicht nicht bis zum Grund des Gewässers reicht, bildet sich bei stillen Gewässern eine sogenannte Sprungschicht. Sprungschicht ist der Übergang zwischen warmem und kaltem Wasser, der sehr plötzlich und innerhalb weniger Zentimeter stattfindet. Zwischen dem erwärmten oberen Bereich des Gewässers und dem kalten unteren Bereich kommt es aufgrund der Dichte-Unterschiede von warmem und kaltem Wasser kaum zum vertikalen Austausch. Im Winter (bzw. bei Minusgraden der Luft) ist das Wasser auf dem Grund des Sees 4°C warm. Nach oben hin wird es kälter, bis fast zu 0°C, ab denen sich eine Eisschicht bildet, die aufgrund ihrer geringeren Dichte – auf dem Wasser schwimmt, es bedeckt und dadurch isoliert.

Was wir jetzt schon seit Jahren beobachten, aber fachlich nicht dokumentiert haben, ist das Fehlen der Sprungschicht. Früher konnten wir die Sprungschicht beim Tauchen fühlen, durch den großen Kälteunterschied!

Hier möchten wir das Projekt – Temperatur-Lichtmessung Datenlogger im Baggersee – starten:

Messungen an der Wasseroberfläche werden bei uns durch die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) durchgeführt.

https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/wasser/fliessgewaesserdaten?id=undefined#diagramm

Messungen in verschiedenen Tiefen haben wir jedoch nicht für die Seen, in denen wir Monitoring durchführen, gefunden.

Hierfür haben wir uns mit der Firma aus Bühl, HYDRA Marine Sciences GmbH in Verbindung gesetzt und in Christian Lott einen großartigen fachlichen Berater kennen gelernt. Wir haben ihm unser Projekt vorgestellt und er hat uns Tipps dazu gegeben.

Unser Projekt:

Wir wollen Temperatur-Datenlogger kaufen und diese in verschiedenen Tiefenstufen (0m, 5m, 10m, 15m, 20m, 25m) in verschiedenen Seen installieren. Unsere Seen wären Grauelsbaum und Weitenung.

Die Datenlogger werden in gewissen Intervallen entnommen, ausgelesen und wieder im See installiert. Die Daten werden erfasst, in unserer Datenbank abgelegt und veröffentlicht. Wir wollten auch zusätzlich Lichtlogger anbringen, die das Licht auf den verschiedenen Tiefenstufen messen. Herr Lott hat uns allerdings davon abgeraten, da wir durch die Sediment-Verwirbelung im Baggersee falsche Daten generieren würden. Somit werden wir zusätzlich bei den Tauchgängen 2 Lichtdatenlogger am Tauchgerät anbringen und so den Lichteinfall auf den einzelnen Tiefenstufen messen.

Natürlich ist uns klar, dass wir JETZT nichts für die Nachhaltigkeit oder den Umweltschutz beitragen. Auf die Jahre gesehen werden die Daten jedoch an Gewicht zulegen. Wir sehen das schon an dem, was wir mit NAWITA erreicht haben, welche Antworten der Behörden wir auf unsere Berichte erhalten und welche Behörden nachfragen diese Berichte zu bekommen.